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Daniel Hensel

eMails und Briefe

Über das 1. Lied aus dem Zyklus „Die junge Magd“, op.19, nach Georg Trakl, eMail vom Regisseur der HEIMAT, Prof. Dr. Edgar Reitz, vom 16. Juli 2012 um 23:59 Uhr.

„Lieber Herr Hensel,
ich habe Ihr Trakl-Lied gemeinsam mit Salome soeben angehört, während draußen ein Gewitter aufzog. Es ist eine sehr schöne, romantische Musik, die uns manchmal an Mahler erinnerte. Hat uns gut gefallen, zumal solch innige Gefühle in der Gegenwartsmusik selten sind.
Mit den besten Wünschen, verbunden mit herzlichen Grüßen aus München,
Ihr
Edgar Reitz“

Heinz Winbeck empfahl mir die Bekhschen Biographien über Bruckner und Mahler. Als ich Winbeck meine Begeisterung mitteilte, sagte er mir, daß Herr Bekh sich bestimmt sehr über einen Brief freuen würde und gab mir dessen Anschrift. Meine Briefe hatte mir Herr Bekh schneller beantwortet, als ich vermutet hatte und schrieb mir die schönsten Briefe, die ich je in meinem Leben bekommen habe. Diese möchte ich hier der Allgemeinheit zugänglich machen, wobei die Briefe freilich mein Eigentum darstellen! Die Anschrift Bekhs wurde von mir aus Datenschutzgründen wegretuschiert.

Brief Nr. 1 vom 15. Oktober 2008:

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Hier die Übertragung, sofern ich alles richtig gelesen habe:

„15. Okt.08

Sehr geehrter Herr Hensel!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Brief vom 26.09.08. Es hat mich sehr gefreut, daß Ihnen mein Buch über Anton Bruckner gefällt. Ich bin gespannt darauf, was Sie über mein Mahler-Buch sagen werden. Ich möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit übrigens auch meine vierbändigen Erinnerungen zu lesen empfehlen.
Dank auch dafür, daß Sie mir eine Auswahl Ihres Schaffens anvertraut haben. Großartige Werke, für deren Genuß ich Ihnen zu danken habe! "Zwischen den Klängen" hat mich am meisten berührt. Ich bedanke mich dafür, daß ich in Ihnen einen beachtlichen Komponisten unserer Zeit kennen lernen durfte.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und Erfolg mit Ihren Werken.
Ihr
Wolfgang Johannes Bekh“


Brief Nr.2 vom 13. Januar 2009:


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„13.I.09

Lieber Herr Hensel,

postwendend beantworte ich Ihren schönen Brief vom heutigen Tag, der so schnell sein Ziel erreichte, wie es nur unter den besonderen Umständen der völligen Zuwendung an den Empfänger der Fall sein kann. Puh -- Das war ein Bandwurm-Satz! Ich habe mich über Ihre Zeilen sehr gefreut!
Dank auch für die Fotographie Ihrer kleinen Tochter.
Sie erweisen mir eine große Ehre, daß Sie mir eine Aufnahme Ihres Gesangs des gesegneten Lebens für Großes Orchester op.18 schickten. Ich werde auf den Eindruck dieses Werks am Ende meines Briefes zu sprechen kommen. Daß Sie damit den geistigen Bezug zu meinen Büchern über Bruckner und Mahler herstellen, freut mich besonders. Sie erweisen mir dadurch eine hohe Ehre.
Soeben habe ich Ihren Gesang des gesegneten Lebens gehört. Ich bin mehr als begeistert, nämlich hingerissen. Gewiß, es gibt Stellen, die könnten von Mahler sein. Aber im Ganzen ist das Werk zur Gänze Ihr eigenes! Ich bin stolz und glücklich, den Schöpfer kennen zu dürfen!
Wenn der Frühling ins Land kommt, besuchen Sie mich wieder?
Herzlich
Ihr
Wolfgang Johannes Bekh“


Brief Nr.3 vom 21. Dezember 2009:

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„21.12.09

Lieber Herr Hensel!

Über Ihren Brief und Ihre Sendung habe ich mich sehr gefreut. Über Ihre Musikbearbeitungen habe ich mich auch sehr gefreut. Ich werde sie mir nach dem heiligen Abend anhören. Die Vorfreude ist groß. Ich bin leider nicht mehr in der Lage, ausführliche Briefe zu schreiben, werde ja demnächst immerhin 85 Jahre alt. Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und bleibe
Ihr
Wolfgang Johannes Bekh“


Leider wußte ich nicht, wie krank er war. Der nächste Brief sollte der letzte werden. Ich erfuhr erst vor sechs Wochen im August 2012 von seinem Tode am 22. Dezember 2010.

Brief Nr. 4 vom 10. März 2010:

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„10.3.10

Sehr geehrter Herr Hensel!

Sie haben mir mit Ihrem Brief und Ihren Beilagen eine große Freude gemacht. Das Streichsextett op.20 und die Bearbeitungen nach Beethoven und Haydn haben mich verblüfft. Vielen herzlichen Dank! Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg! Was mein eigenes Schaffen betrifft: Seit geraumer Zeit stockt es. Immerhin werde ich in wenigen Tagen 85 Jahre alt.
Alles guten Wünsche und viel Schaffenskraft
von Ihrem
Wolfgang Johannes Bekh“

Für mich hat Wolfgang Johannes Bekh die schönsten Komponistenbiographien geschrieben, die ich kenne, und ich benutze diese leidenschaftlich in meinen Seminaren.